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Film - Fotografie

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1. Interview in einem Schweißzelt

Interviewer:

Mit deiner Frau, ich meine, du bist doch verheiratet, was sagt die dazu, wenn du hier draußen immer bist?

Arbeiter:

Na die, was die sagt? Is ja ne komische Frage, würd ich sagen.

Interviewer

Warum ist die komisch, die Frage?

Arbeiter:

Wir freuen uns alle beede, wenn wir was anschaffen können, und …

Vertrauen, … Vertrauen, wenn ich hier draußen bin, das ist ja klar, wir haben ja zwei Kinder schon, und dann ist das ja schon eine andere Sache, wenn man ein schlechter Kerl hier draußen ist.

Interviewer:

Dann ist das natürlich auch hier mit dem Geld. Daß du dann nicht abends das Geld nicht sinnlos dann ausgibst, und du brauchst es ja zu Hause dann.

Arbeiter:

Das muß man sich selber dann soviel einteilen, find ich jedenfalls, sonst kommt man zu gamichts.

Interviewer: Und deine Kinder, wenn die den Vater nur so alle Wochen mal sehen?

Arbeiter:

Na is tüchtig traurig ( verlegenes Lachen ), is natürich traurig.

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Ein LKW fährt durch die Landschaft. Verschiedene Einstellungen von den Arbeiten an der Trasse. Der LKW kommt an die Baustelle, die Beifahrerin steigt aus. Hupen. Arbeiter an ihren Arbeitsplätzen. Im LKW ist die Arbeiterversorgung untergebracht. Die Verkäuferin sitzt auf der Ladefläche und zählt Geld.

 

2. Originalton

Arbeiter:

(im Off) Was haben sie alles da? (Schwenk über Milchflaschen

Verkäuferin:

Wurst, Käse, Brötchen …

Arbeiter:

Dann brauch ich eigendlich hier nichts. Wurst, Wurst hab ich selber, … Obst und sowas gibt es wohl nicht? …muß ich Dieter fragen!

Die bringen überhaupt nichts mehr. …

Die bringen überhaupt nichts mehr

Verkäuferin:

Woher sollen wir denn das Obst nehmen

Männerstimme:

Gibt doch nischt mehr.

Arbeiter:

Wieso gibt es nicht mehr, es gibt doch in jedem Konsum Obst, Äppel!

Verkäuferin:

Da dürfen wir nicht einkaufen.

Arbeiter:

Wieso nicht?

Verkäuferin:

Wir haben ein vorgeschriebenen Konsum, wenn der dann nischt hat, können wir nicht …(läßt resigniert die Hande in den Schoß fallen)

Arbeiter:

Die haben nichts, oder wie?

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Die Brigade sitzt in einem Bauwagen beim Mittagessen und spricht mit dem Interviewer.

3. Interview

1. Arbeiter:

Vor allem im Winter, Mensch, für die Kollegen was machen, weeste.. .

Interviewer:

Was verstehst du darunter?

Stimme aus Off:

Heiße Getränke an die …

1. Arbeiter

Heiße Getränke rausbringen an die Trasse, sich mal kümmem, wie es den Kollegen geht.

2. Arbeiter:

Ihr habt ja heute selber gesehen. … Unseren bomfortionödeln …nösen Frühstückswagen (Bild jetzt dieser Frühstückswagen), hast es ja selber erlebt.

1. Arbeiter:

Der bringt immer dieselbe Scheiße raus! … kalte Milch, da frierst du dir bald den Wamst ein.

Stimmen durcheinander:

…und immer dieselbe Wurst, … keine Vitamine. Heute wollten sie mir Zementwurst andrehen!

3. Arbeiter:

Ein einwandfreies WC, …mit allen Raffinessen.

1. Arbeiter:

Bei uns ein Plumpsklo.

3. Arbeiter:

Haben da draußen alles, und wir haben hier ein Donnerbalken.

1. Arbeiter:

Im Winter, da zieht es einem bald de … Arschbacken zusammen (Lachen), is doch so, da pfeifts in de, da geht die Tür auf und zu (immitiert den Wind), nich lesen auf’n Klo is Scheiße. (Lachen)

2. Arbeiter:

Det eene is bloß für Liliputaner, wenn du da nicht aufpasst, is die Brieftasche verschwunden. (Lachen)

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Auf der Baustelle außen. Interview mit dem 2. Arbeiter. Großaufnahme

4. Interview

Interviewer:

Ihr habt da bei dem Gespräch im Wagen nur so schön geschimpft. Sag mal, warum gehst du da überhaupt hierher, wenn das alles so nicht stimmt ?

Arbeiter:

Na ja, ich bin ja nicht erst seit heute draußen, bin ja schon länger draußen, seit … im April waren es 10 Jahre ungefähr. Meine … und damals wars teilweise Abenteuer, was erleben, und auf der anderen Seite war’s Geld.

Interviwer:

Na ja trotzdem, Geld und Abenteuer, ist das nun alles sag mal, ich meine, irgendwo is doch noch ein bißchen … … sonst würdest du es doch nicht machen.

Arbeiter:

Na ja, was heißt nicht machen, … zu der Zeit war es, …wir haben hier bestimmte, … man hat gewisse Freiheiten, die man im stationären Betrieb nich hat. Das ist mit der Grund. Einteilung der Arbeitspausen und der Arbeit, … so einrichten, wie man es für nötig hält. Und das ist mit einer der wenigen Gründe.

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Fortsetzung des Interviews im Bauwagen in der Mittagspause

5. Interview

3. Arbeiter:

Der größte Clou is ja gewesen, daß uns, de Oberleitung 2, sechstausend Mark zur Verfügung stehen für ein Sportfest, und das Geld konnten wir gamicht, gamicht irgendwie beanspruchen, weil wir noch gar nichts gemacht haben, und jetzt ist Winter.

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Interview mit einem Arbeiter im Schweißzelt. Das Gespräch ist leise und durch den Dialekt schwer verständlich. Der Arbeiter putzt dabei an dem Schweißautomaten verlegen herum.

 

6. Interview

Interviewer:

Und wie ist es mit dir persönlich zu Hause, wenn du zu Hause bist mit deiner Frau, ich meine, du mußt noch lemen, … und Eheleben soll nicht zu kurz kommen? Wie sieht denn das da aus, sag mal.

Arbeiter:

Ja also wir bringen das eigendlich ganz gut überein, weil meine Frau auch in dem Frauensonderstudium ist, in …bei …, wo ist das gleich, also bei uns in der Frauensonderklasse, wo sie daran teilnimmt, und da kommen wir jedesmal, also versuchen wir alles beides ganz gut unter einen Hut zu bringen. Natürüch muß ich …muß ich da och mit … im Haushalt helf ich dadurch mit und meine Frau, daß wir alle beide genügend Zeit noch haben, … für die gestellten Aufgaben zu erledigen.

Interviewer:

Na is doch klar

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Landschaft in der Dämmerung und Abends. Die Trasse im Dunkeln.

 

7. Originalton

 

Landschaft in der Dämmerung und Abends. Die Trasse im Dunkeln. Der Bauwagen innen. Es ist kurz vor Feierabend. Die Arbeiter sprechen durcheinander. Es geht um einen Kasten Bier, der gekauft wird. Anscheinend wird nach dem Fertigstellen eines Teilabschnitts der Trasse gefeiert.

 

 

 

 

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In den folgenden Szenen wird das Leben nach der Arbeit gezeigt. Die Arbeiter kommen im Wohnwagenlager an. Einkauf von Getränken in der Verkaufsstelle. Es wird Bier getrunken. Der Waschwagen, der Femsehwagen, die Wohnwagen innen mit den verschiedenen individuellen Einrichtungen. Dann das nächtliche Vergnügen auf einem Tanzsaal. Am Ende des Abends sind einige der Arbeiter stark angetrunken.

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8. Interview

Arbeiter:

Ich habs noch nicht bereut, aber es gibt noch wie gesagt Kollegen, die eben … für die es besser ist nicht auf den Bau zu gehen.

Interviewer:

Du meinst, sie haben es bereut und sind gegangen.

Arbeiter:

Ja,und zwar in Fragen, was äh … Alkoholgenuß anbetrifft, und bei denen ist man auch nur der Kerl, wenn man einen großen Stalleimer Bier trinkt, und alles andere ist dann nicht in Ordnung, ja … und ich bin ja schießlich auch nicht hier, … das Geld, was ich verdiene, zu versaufen beziehungsweise sinnlos zu verprassen, sonder ich will mir hier was schaffen.

 

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Landschaftsschwenk. Versenkung der fertig geschweißten Leitung in den Graben. Es folgt ein Interview im Aufenthaltsraum mit einem Vertreter der Betriebsgewerkschaftsleitung ( BGL ).

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9. Interview

Interviewer:

Das ist ja bei euch nicht gelöst, wenn ihr in Grafenheinrichen seid, sondem es geht ja praktisch immer weiter.

1. Arbeiter:

Ja, der Kollege Dunkel war ja auch schon mal draußen auf der Baustelle. Hat vieles aufgeschrieben, … und jawohl es geht alles in Ordnung. Bis jetzt ist überhaupt nichts geschehen oder nicht?

2. Arbeiter:

Nee, selber müssen wir was machen. Nehmen wir mal an, gut, als Beispiel auf der Baustelle hier, Zugmaschine ist da, die muß für den Winter da sein, eine Gullaschkanone, … und wenn Winter, wenns kalt ist, da … die Kollegen werden versorgt wie in der Kohle, wie überall vor Ort mit heißen Getränken, oder ner heißen Suppe, da fährt eben die Gulaschkanone durch und bringt mittags mal oder vormittags, ab um zehn, laßt mal ein Schlag heißen Tee … Und das nicht, daß ma een Tee saufen muß, der vom gestrigen Tag aufgewärmt. In Frankenberg damals hieß es, auf jede Baustelle kommt ein Kultutrcentrum. Wir haben die Kulturbaracke, die wurde aus den Mitteln des Kultur- und Sozialfonds … (gebaut ), das ist aber nur eine Bürobaracke. Und was der Kulturraum ist, die eene Ecke die blieb, da ist abends die Meesterbesprechung drin. Das ist alles! …Und die Kollegen, die trinken ihr Bier im Freien. Da haben se eine Rampe gebaut, So ne Stehbierhalle, na … das ist dann eine kulturelle Betreuung. Und dann heißt es die Ko llegen, die konnen ja bloß saufen.

Interviewer

Sie sehen, das sind genau die Sachen, die ich Ihnen erzählt habe.

Vertreter der Gewerkschaftsleitung :

Wir haben in der BGL folgenden Beschluß gefaßt: Die Arbeiterversorgung ist nur dann lösbar, wenn wir eine einheitliche Abteilung Arbeiterversorgung bilden. Der Beschluß der BGL ist der Werkleitung übersandt zur Erarbeitung, daß im ganzen Betrieb eine einheitliche Arbeiterversorgung gebildet wird. Anders ist es nicht mehr lösbar, weil jetzt jede Arbeiterversorgung nur allein auf sich gestellt ist.

Arbeiter:

Und wie schon gesagt zur Kultur hier mehr. Ich weiß, … ich bin schon zwanzig Jahre in der Fremde, wir haben 1959, … haben wir eine Leitung gelegt in Frankenberg, und da kann sich der Kollege Gärtner erkundigen, da haben wir auch mal abends, da kamen jetzt die Arbeiter, …spielten Jasparone. Und sowas kann doch hier auch angestrebt werden, daß man mal abens nach Feierabend, … wir fahren mal nach Dessau ins Theather oder was. Oder irgendwas muß ja kommen, wa.

 

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Interview mit einem Arbeiter auf der Baustelle am Rohr.

 

10. Interview

Interviewer:

Du hast doch auch irgendwelche, sagen wir mal so, wie man so schon sagt, gesellschaftliche Funktionen.

Arbeiter:

Ja, ich bin äh BGL-Mitglied, … und bin auch im Gaskombinat "Schwarze Pumpe" Mitglied des Wissenschaftlich-ökonomischen Rates.

Interviewer:

Oh man! Das ist ja ein ganz großes Ding. Und kannst du auch wirksam werden, so als BGL-Mitglied jetzt? Ich meine …

Arbeiter:

Naja ich möchte mal ein bißchen richtig aus drücken. … Äh … auf diesem Gebiete habe ich verschiedene BGL-Sitzungen … habe ich nicht dran teilgenommen, warum mich unser Oberbauleiter, der Kollege Bartholomäus, oft entschuldigt hat. Weil ich … äh der Termin drängt … wie das so ist …

Interviewer:

Ne wichtige Arbeit.

Arbeiter:

Ne wichtige Arbeit, und denn bin ich denn auf der Baustelle gewesen.

 

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Fortsetzung des Gesprächs im Aufenthaltsraum mit BGL.

 

11. Interview

Vertreter der Gewerkschaftsleitung :

Also das ist keene Frage, die nur jetzt die Leitung der gesellschaftlichen Organe angeht, sondem alle. Da müssen wir alle mitwirken … und soweit wie ich die Informationen erhalte, kann ich sofort einwirken.

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Fortsetzung des Interviews mit Gewerkschaftsvertreter.

12. Interview

 

Arbeiter:

Ich schweiße seit …,1956 habe ich meine Prüfung das erste mal gemacht und seitdem bin ich hier am Balle.

Interviewer:

Und kannst du dir nicht was anderes, was besseres vorstellen, als hier draußen?

Arbeiter:

Naja … ich …

Interviewer:

Bei Wind und Wetter zu schweißen …

Arbeiter:

Ja bei Wind und Wetter. Das ist ja der Nachteil, weil wir ein Betrieb sind, der vom Wetter abhängig ist. Aber die Arbeit muß gemacht wer den, und mir machts auch Spaß.

Interviewer:

Und warum macht dir diese Arbeit Spaß?

Arbeiter:

… Möchte mal so sagen. Naja die Arbeit macht mir Spaß weil sie gemacht werden muß. Und man freut sich, wenn wieder ein Leitungszug fertiggestellt ist, wie jetzt wieder der Leitungszug "Nordlicht", wenn wieder verschiedene Betriebe an das Erdgas, an die Leitung angeschlossen werden und … äh.. wird wieder die ganzen Öfen, das wird umgestellt auf Erdgas und äh … die Arbeiter in diesen Stahlwerken, ihre Arbeit wird dann auch erleichtert, die brauchen nicht mehr die körperlich schwere Arbeit zu machen.

Interviewer:

Na ist es für dich auch etwas erleichtert worden in der Zeit, seitdem du hier draußen bist?

Arbeiter:

Naja wenn ich mir das nochmal ins Gedächtnis zurückrufe, wie wir die erste Zeit draußen auf Montage waren, da macht unser Bauleiter, … der machte los und er hatte in de Tanzsäle, … hatte dort nachgefragt, ja … und dann haben se dort Betten, haben wa dort Betten reingestellt und dann äh 50, 60 Mann auf so ’nen Tanzsaal … und da kann ich schon sagen, daß wa auf diesem Gebiete schon auch Fortschritte gemacht haben.

 

Bilder, die zeigen, daß die Wohnwagen zum Weitertransport vorbereitet werden. In den letzten Bildem fahen die Wohnwagen aus dem abgebrochenen provisorischen Lager.

Ende des Films

Interview01
Interview02

1. Interview

2. Originalton

Textliste zum Film Montagebrüder

Interview022
Interview03

3. Interview

Interview1
Interview04

4. Interview

Interview05

5. Interview

Interview06

6. Interview

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7. Originalton

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8. Interview

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9. Interview

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10. Interview

11. Interview

Interview2

12. Interview