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Konfrontation - Rekonstruktion eines Dichters

https://www.filmportal.de/film/konfrontation-rekonstruktion-eines-dichters-erich-weinert_352c8857edab439e813ec7b5300c5221

Filmarbeiten in Personalunion

Szenarium und Regie

Konrad Herrmann

Kamera und Montage

Lutz Körner

Vortragender

Eberhard Esche

Dramaturgie

Jutta Appler

Musikkollagern

Peter Gotthardt

Ton

Günter Witt

Werner Philipp

Horst Philipp

Kameraassistenz

Rudolf Uebe

Hans-Joachim Knospe

Beleuchtung

Peter Schwartz

Gerhard Lange

Produktionsleitung

Hildegard Kotter

Auftragsproduktion für das Fernsehen der DDR / Produzent: VEB DEFA-Studio für Trickfilme Dresden 1977

Erich Weinert

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LutzKornerKonfrontation3004042
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LutzKornerKonfrontation52817Kopie

Namens-Liste Crew

Der Film "Konfrontation" wurde nach der ersten Rohschnittvorführung nicht abgenommen, eine Weiterarbeit wurde sofort verboten. Die Negative verblieben aber im Kopierwerk des DEFA-Spielfilmstudios Babelsberg, weil es eine Aufrtagsproduktion des DEFA-Trickfilmdtudio Dresden war. Die aufwendigen Trickbearbeitungen wurden ebenfalls in Babelsberg realisiert.

Nach meiner Kündigung der Festanstellung beim Fernsehen der DDR im Spätherbst 1979 wurde mein letzter Film "Momentaufnahme eines Komödianten" im Kopierwerk Johannesthal fertiggestellt. In diesem Zusammehhang unterschoben wir dieser Produktion die Endfertigung von "Konfrontation". Das war möglich, weil der Fernsehfunk die Materialien nicht lagerte. Bei der notwendigen zweiten Farbkorrektur bemerkte man das und alle Material wurde unter Sicherheitsbedingungen zur Vernichtung eingezogen.

Nach der Wende fanden wir die Kinokopie dann doch im Archiv. Der Film wurde Anfang 1990 einmalig gesendet und wurde bei den

36. Internationalen Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen aufgeführt.

Bis in die Gegenwart gibt es keine Ausstrahlung mehr. Ob es an dem noch aktuellen Inhalt, oder der Gestaltung liegt ist ungewiss. Nur INTER NATIONES (jetzt Goethe-Institut) wollte Kopien zur internationalen Arbeit.

„ ... Schon ob seiner Form mußte Konfrontation/Rekonstruktion eines Dichters (1977) von Konrad Herrmann und Lutz Körner die Verantwortlichen des Fernsehens verwirren. Statt eines Jubelfilms zum fünfundzwanzigsten Todestag Erich Weinerts wurde ihnen eine explodierende Bilderflut verfallender Häuser des Prenzlauer Bergs, gefallene Gipsengel und zerschlagener Kuppeln zugemutet. Die Schöpfer gaben vor - und ihre Musikcollage unterstrich es -, an die Atmosphäre der dreißiger Jahre erinnern zu wollen, an Weinerts Warnungen vor dem duckmäuserischen Kleinbürger, der zum Mitläufer wird. Die kühne Montage sieht jedoch wie ein Essay über die Gegenwart aus. Die Authentizität der Bilder überwältigt die literarische Absicht. Manche Einstellungen erinnern an Kurzfilme von István Szabó. Herrmann steht in dieser poetischen Tradition. Die Deklamation von Weinerts Gedichten vor dem leerem Saal des Friedrichstadtpalastes durch Eberhard Esche machen den Widerspruch des Dichters, nicht nur zu seiner Zeit, sondern ebenso zur Gegenwart, auf groteske Weise sichtbar. Die tiefere Wirkung ging indessen vom Anblick der urbanen Welt aus, die sich am Schluß in Trümmer auflöst. Ein westdeutscher Kritiker wollte darin das Ende der DDR prophezeit sehen. Eine friedliche Evolution verhieß der Film tatsächlich nicht.

„Konfrontation“ blieb in der Retrospektive einer der wenigen Filme, die einen neuen Inhalt mit neuer Ästhetik verbanden. Der Zuschauer wurde zum Beteiligten erhoben, statt bloß mit Informationen oder Lebensbildern versorgt. Die Kamera nimmt - wie in den bulgarischen und slowakischen Beiträgen - in keiner Sequenz eine neutrale Position ein. Auch dies rief die Zensoren auf den Plan. ...“

Hans-Jörg Rother in: Film und Fernsehen, Berlin, 9/1990